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Bosch Energy and Building Solutions Deutschland
Interview

"Wir werden von einem Gebäude-IQ reden"

Innovate your buildings
Vera Schneevoigt und Marcus Nadenau

Vera Schneevoigt, Chief Digital Officer sowie Entwicklungsleiterin beim Bosch-Geschäftsbereich Building Technologies, und Marcus Nadenau, Leiter Energy and Building Solutions Europe, sprechen über neue Möglichkeiten im Zuge der Digitalisierung.

Fraz Schneevoigt and Herr Nadenau

Frau Schneevoigt, Herr Nadenau, Digitalisierung ist ein Megatrend, der uns alle betrifft. Wie gestaltet sich dieser im Bereich kommerzieller Gebäude?

Vera Schneevoigt: Digitalisierung sorgt für wichtige Umbrüche und eröffnet viele Möglichkeiten zur Steigerung von Sicherheit, Komfort und Effizienz. Aber es ist ein sehr komplexer Prozess, der zudem eng mit vielen anderen Trends verknüpft ist. Beispielsweise mit Themen wie Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Bei neuen Gebäuden sehen wir, dass sich die vielen beteiligten Gewerke, Architekten, Planer, Errichter und Betreiber dem Thema der Digitalisierung inzwischen intensiv nähern. Was wir als Bosch heute schon sehr gut beisteuern können, ist die Gebäudetechnologie und das Management als Systemintegrator.

Marcus Nadenau: Bezogen auf die ganzheitliche Intelligenz eines Gebäudes gibt es auf dem Markt schon einige Konzepte, aber eben noch keine Durchdringung in der Fläche. Ich denke, dass wir in fünf bis zehn Jahren von einem Gebäude-IQ reden werden. Dieser gibt beispielsweise Anhaltspunkte darüber, wie mich das Gebäude in meiner Arbeit und meinen Prozessen unterstützt.

Und dieser Weg führt über eine intelligente Erschließung von Daten. Ein wichtiges Thema, welches wir uns zu nutzen machen, um neue Dienstleistungen für unsere Kunden voran zu treiben.

"Wir bewegen uns von der realen Hardware-Welt in eine Welt des digitalen Abbildes unserer Gebäude"

Marcus Nadenau

Ändert sich mit der zunehmenden Digitalisierung von Gebäuden auch die Anforderungen an Bosch als Systemintegrator?

Marcus Nadenau: Ja, denn wir bewegen uns immer mehr von der realen Welt mit Hardware hinein in die Welt eines digitalen Abbildes unserer Gebäude (Digital Twins). Es entstehen neue Geschäftsmodelle und domänenübergreifende professionelle Services; der Beratung kommt eine noch stärkere Rolle zu. Aber wir bleiben unverändert in direkter Verbindung zu unseren Endkunden.

Marcus Nadenau: „Nah an den Kundenbedürfnissen.“

Steckt dahinter auch ein Thema wie Building Intelligence as a Service?

Marcus Nadenau: Langfristig ja. In zehn Jahren werden wir viel mehr Services rund um das intelligente Gebäude anbieten. Stellen Sie sich beispielsweise einen virtuellen Assistenten in einem Konferenzzimmer vor, der das Meeting möglichst effizient moderiert und darauf hinweist, wenn Redeanteile ungleich verteilt sind, oder mit Übersetzungen hilft. Die Nutzung von Daten eröffnet viele weitere solcher Möglichkeiten. Aber: ein Gebäude wird nicht von heute auf morgen einen IQ von 155 haben. Es gibt wichtige Zwischenstufen. Informationssicherheit ist zum Beispiel ein wesentliches Thema. Daher bieten wir seit dem vergangenen Jahr Services zum Schutz vor Cyberangriffen an.

Vera Schneevoigt: Bei der Entwicklung solcher Services helfen uns digitale Zwillinge, mit denen ein ganzheitliches Abbild des Gebäudes unter Berücksichtigung relevanter Aspekte und inklusive aller Technologien, Systeme und Sensoren erzeugt wird. Bislang ist das mit Einzelsystemen ein manueller und sehr aufwendiger Prozess. Durch den digitalen Zwilling entsteht eine völlig neue Transparenz und somit weitere Möglichkeiten, Gebäude aktiv in Lebens- und Arbeitswelten zu integrieren.

Was man dabei aber auch nicht außer Acht lassen darf: Es gibt viele Einflussfaktoren, die bisherige Sichtweisen und Gewohnheiten verändern werden. Ein Beispiel: heute wohne ich hier und fahre zum Arbeiten in ein Gebäude – bleibt das so, wenn Arbeitswelten immer agiler und digitaler werden? Dieser und weitere Trends lassen neue Bedürfnisse und Ansprüche bei Entscheidern und Nutzern entstehen, die wir bei der Entwicklung solcher Services berücksichtigen.

"KI macht Dinge zu intelligenten Assistenten und entlastet uns hierdurch."

Vera Schneevoigt

Bosch sieht in der KI (Künstliche Intelligenz) eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Wie wichtig ist KI für Ihren Bereich?

Marcus Nadenau: Wir nutzen KI heute für die frühzeitige videobasierte Branddetektion mit Aviotec. Intelligenz in Videotechnik explorieren wir derzeit auch in anderen Anwendungen. KI-Algorithmen nutzen wir auch, um im Bereich unserer Energiemanagementlösungen zukünftige Verbrauchsverläufe vorherzusagen und damit unnötige Kosten, zum Beispiel durch Lastspitzen, zu vermeiden.

Vera Schneevoigt: KI eignet sich im Wesentlichen für ein entscheidungs- und nutzenbasiertes Management – besonders in dem Kontext wie anstrengend es doch für uns Menschen wäre, dies alles selbst zu tun. KI macht Dinge zu intelligenten Assistenten und entlastet uns hierdurch. Beispielsweise testen wir in Zusammenarbeit mit anderen Bosch-Bereichen die Möglichkeiten für den Einsatz von Videotechnologie im Zusammenspiel mit der Sensorik autonom fahrender Autos für ein integriertes Traffic Management System.

Vera Schneevoigt: „Digitalisierung sorgt für wichtige Umbrüche.“

Welche Anforderungen stellt denn die zunehmende Digitalisierung an Mitarbeiter?

Vera Schneevoigt: Digitalkompetenz erfordert lebenslanges Lernen und betrifft praktisch alle Ebenen. Bei einem Unternehmen wie Bosch gibt es Digitalisierungs-Learning für die Mitarbeiter ja praktisch schon mal „for free“. Bosch fördert, dass sich die Mitarbeiter auf diesem Gebiet weiterbilden. Die Frage ist: Was für Möglichkeiten gibt es heute, was brauchen wir zukünftig? Welche Möglichkeiten für Quereinsteiger und Zusatzqualifikationen können angeboten werden? Hieran arbeiten wir intensiv.

Marcus Nadenau: Ganz klar, wir investieren in die Digitalkompetenz unserer Mitarbeiter. Und auch unsere Organisation haben wir seit Anfang des Jahres auf diese Marktdynamiken ausgerichtet. Wir legen beispielsweise einen stärkeren Fokus auf unser Angebot an intelligenten Gebäudelösungen und haben wesentliche Expertisen gebündelt.

Binden Sie Kunden direkt in die Entwicklung dieser neuen Ideen und Lösungen ein?

Marcus Nadenau: Das ist uns sehr wichtig! Wir entwickeln Lösungen und Services ganz nah an den Bedürfnissen unserer Kunden. Hierfür vereinbaren wir sogenannte Joint Development Agreements, bei denen beide Seiten gleichwertig geben und profitieren. In UX-Prozessen nehmen wir das Feedback der Kunden auf, passen an und testen wieder. Wir sehen uns als Partner, der sich aktiv an dem Prozess der digitalen Transformation unserer Kunden beteiligt.

Vera Schneevoigt: Ja, wir sind für Kunden ein sehr interessanter Partner. Das ganze Bosch Eco-System ermöglicht uns im Bereich Building Technologies viel Raum für Innovation. Und wir haben das technologische Backup, um nicht nur die eigene digitale Transformation erfolgreich zu gestalten, sondern auch die unserer Kunden optimal zu begleiten.´

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