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Bosch Energy and Building Solutions Deutschland
Robert-Bosch-Krankenhaus

Steigerung der Energieeffizienz im Robert-Bosch-Krankenhaus

Investitionen in eine nachhaltige Zukunft

Außenansicht des Robert-Bosch-Krankenhauses

Es ist ein echtes Mammutprojekt: Um seine Energieeffizienz massiv zu steigern, macht das Robert-Bosch-Krankenhaus seine Energiezentrale und die Gebäudeautomation gemeinsam mit Bosch fit für die Zukunft. Aber: Von KRITIS bis hin zum Umbau auf engstem Raum – die Experten stehen vor so mancher Herausforderung.

Nachtaufnahme des Robert-Bosch-Krankenhauses mit Baukränen im Hintergrund
Das Ziel fest im Blick: Bis Mitte des Jahres 2021 sollen die Modernisierungsmaßnahmen von Dampf, Heizwärme, Kälte und Luft abgeschlossen sein, 2022 soll auch die Erneuerung der Gebäudeleittechnik fertig werden.

Die Vision: ein energieeffizienter, nachhaltiger Betrieb des Krankenhauses

Mediziner würden sagen: Es ist ein komplexer Eingriff, den Bosch und seine Tochterfirma, die GFR – Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbH, im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) vor sich haben. Bis Mitte des Jahres 2021 sollen die Modernisierungsmaßnahmen von Dampf, Heizwärme, Kälte und Luft abgeschlossen sein, 2022 soll auch die Erneuerung der Gebäudeleittechnik fertig werden – alles im laufenden Betrieb, schließlich muss die Patientenversorgung rund um die Uhr gewährleistet sein. Ziel ist es, die Energieeffizienz deutlich zu steigern, Kosten zu sparen und den Krankenhausbetrieb noch nachhaltiger zu gestalten.

Marius Kaiser, Gesamtprojektleiter bei Bosch
Leitet das Gesamtprojekt: Marius Kaiser von Bosch Energy and Building Solutions.

In einem Krankenhaus mit rund 44 000 Patienten pro Jahr gibt es so einige „Energiefresser“. Dazu gehören die Kälteproduktion – etwa für Serverkühlung oder Lüftungsanlagen –, medizinische Großgeräte oder die Dampfproduktion für die Sterilisations-Abteilung. „Dazu kommt, dass die Energiekosten stetig steigen“, so Raphael Vogel, der zuständige Projektentwickler bei Bosch. Und das führe auch zu höheren Kosten im gesamten Krankenhausbetrieb. Die Anlagen im RBK laufen zwar, sind aber bis zu 25 Jahre alt – da gibt es Optimierungspotenzial. Marius Kaiser, Gesamtprojektleiter bei Bosch Energy and Building Solutions, erklärt: „Unsere innovativen Lösungen können in Sachen Energieeffizienz Technologien nutzen, die es damals schlichtweg noch nicht gab.“

„Unsere Systeme sind nachhaltig und werden über die nächsten 20 Jahre hinweg verfügbar sein.“
Jörg Morkes, Projektmanager Gebäudeautomation bei der GFR
Außenansicht Atrium des Robert-Bosch-Krankenhauses
Durch die neue Bosch-Lösung kann das RBK die hohen technologischen Anforderungen als „Betreiber einer kritischen Infrastruktur“ umfassend erfüllen. © Uwe Dietz

Alles muss laufen, zu jeder Zeit

Und die Modernisierung hat neben der Energieeffizienz noch einen weiteren Zweck: Das RBK wird aufgrund seiner hohen Auslastung als „Betreiber einer kritischen Infrastruktur“ (KRITIS) eingestuft. Das bedeutet, dass das Krankenhaus spezielle, sehr hohe technologische Anforderungen erfüllen muss – durch die neue Bosch-Lösung soll das gelingen. „Im Störfall muss der Betreiber garantieren, dass Patientenprozesse sichergestellt sind“, erklärt Frank Schmidt, Leiter Projektmanagement Energy Services bei Bosch. Das schließt auch die gesamte Dampf-, Kälte-, Luft und Wärmeversorgung mit ein.

Die aktuelle KRITIS-Regelung für Krankenhäuser gilt erst seit 2019 und erzeugt einen immensen Kostendruck auf das Krankenhaus. Bosch und GFR haben jedoch bereits in anderen Bereichen Erfahrungen mit KRITIS gesammelt, zum Beispiel bei den Stadtwerken München. Davon konnten die Experten auch bei der Planung profitieren. „Die Tipps von Bosch waren wirklich Gold wert“, sagt Steven Mashburn, stellvertretender Technischer Leiter am RBK.

Was bedeutet KRITIS?

KRITIS steht für kritische Infrastrukturen. Das sind laut einer Definition des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Organisationen oder Einrichtungen mit großer Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen. Ausfälle oder Beeinträchtigungen innerhalb solcher Institutionen würden unter anderem Versorgungsengpässe oder erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit nach sich ziehen. Damit das nicht passiert, muss etwa das RBK durch High-Tech-Anlagen die ständige Versorgung der Patienten garantieren. Welche Institutionen welche Anforderungen zu erfüllen haben, wird vom BSI per KRITIS-Verordnung definiert.

Alter Körper, neuer Kern

Flur und Wartebereich des Robert-Bosch-Krankenhauses
Durch neue Automationssysteme in der Energiezentrale, in der die gesamte Versorgungstechnik wie Lüftung und Heizung untergebracht ist, werden künftig Energiekosten gespart. © Dominik Obertreis

Nachdem gemeinsam mit dem RBK Einsparpotenziale definiert wurden, werden jetzt beispielsweise die Automationsanlagen in der Energiezentrale, in der die gesamte Versorgungstechnik - inklusive Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Sanitärtechnik - untergebracht ist, durch neue Automationssysteme auf Vordermann gebracht. „Hier können wir nicht einfach alles demontieren – daher migrieren wir unsere Lösung, also ein neues Gehirn, in den Bestand“, erklärt Jörg Morkes die laufende Modernisierung. Die ältesten Schaltschränke, Verkabelungen und Sensoren werden allerdings ersetzt. Die neuen Automationssysteme werden über das Gebäudeautomationsnetzwerk miteinander verbunden und verständigen sich über ein spezielles Kommunikationsprotokoll. Die Heizzentrale selbst wird am Ende aus drei Warmwasserkesseln, zwei Dampfkesseln und einem Blockheizkraftwerk (BHKW), das für massive Energiekosteneinsparungen sorgen wird, bestehen.

1,3 Millionen Euro

pro Jahr soll das RBK an Energiekosten sparen.

Mit Kreativität und Kompetenz

Innenansicht der Stockwerke und Ebenen im Robert-Bosch-Krankenhaus
Durch neue Automationssysteme in der Energiezentrale, in der die gesamte Versorgungstechnik wie Lüftung und Heizung untergebracht ist, werden künftig Energiekosten gespart. ©Dominik Obertreis

„Einen wertvollen Zusatz zur Heizzentrale bietet außerdem eine Absorptionskältemaschine. Die ist mein persönliches Highlight“, erzählt Frank Schmidt. Die Absorptionskältemaschine wird an die Heizzentrale angebunden und wandelt überschüssige Wärme aus dem BHKW in Kälte um. Darüber hinaus werden die Kälteverteilung sowie die Lüftungsanlagen optimiert. Mit den neuen Bosch-Lösungen sollen jährlich bis zu 1,3 Millionen Euro an Energiekosten gespart werden. Von der gesamten Summe gehen rund zwei Drittel allein auf das BHKW zurück. Eine neue Regelungsstrategie sorgt zudem für weitere Energiekosteneinsparungen.

Zur Modernisierung gehört auch ein neues, webbasiertes Management- und Bediensystem. Dank seiner riesigen Bandbreite an individuell konfigurierbaren Einstellungen und Schnittstellen können hier auch immer wieder – je nach Kundenwunsch – Anpassungen gemacht werden. Das einheitliche, intuitiv bedienbare System hilft dem Facility Management auch bei der Fehlersuche und -behebung und erleichtert das Monitoring des Energieverbrauchs.

Rund 12 000

Hardware-Datenpunkte werden im Rahmen der Modernisierung migriert.

Da geht noch was!

Luftaufnahme des Robert-Bosch-Krankenhauses
Projekt mit Weitblick: Nach dem Umbau werden die Energieeinsparungen sieben Jahre lang garantiert, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt und gemeinsam nach weiteren Einsparmöglichkeiten gesucht.

Nach der Umsetzungsphase endet die Zusammenarbeit zwischen Bosch und dem Krankenhaus jedoch nicht. In den sieben Jahren der Betriebsphase nach dem Umbau werden die Energieeinsparungen garantiert, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt und gemeinsam mit dem RBK nach weiteren Einsparmöglichkeiten gesucht.

Das Robert-Bosch-Krankenhaus weiß: Es kann auf Bosch und die GFR zählen. Schließlich arbeiten die Krankenhaus-Verantwortlichen bereits seit 2015 mit Bosch an der Weiterentwicklung ihres Energiemanagements. „Wir sind froh, Lösungen aus einer Hand bekommen zu haben. Sollte es Herausforderungen geben, können wir auf unsere Partner von Bosch zählen“, erzählt Frank Kohler, Kaufmännischer Geschäftsführer des RBK, „Bislang lief immer alles schnell und unkompliziert.“

„Wir haben die optimale Basis für alles Weitere geschaffen, was in Sachen Gebäudeautomation noch kommen könnte.“
Jörg Morkes, Projektmanager Gebäudeautomation bei der GFR

Drei Standorte, eine Mission: „Zum Wohl des Ganzen“

In diesem Video erfahren Sie mehr über das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. Das Stiftungskrankenhaus geht auf eine private Initiative des Unternehmers Robert Bosch aus dem Jahre 1936 zurück und wurde 1940 eröffnet.

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart

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