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Bosch Energy and Building Solutions Deutschland
Jens Jürgensen über NGRS

Mehr Sicherheit an Schulen: richtig reagieren in Krisensituationen

Interview mit Jens Jürgensen, Branchenmanager für öffentliche Auftraggeber bei Bosch Energy and Building Solutions, zum Thema Notfall- und Gefahren-Reaktionssysteme (NGRS)

Kinder in einer NGRS gesicherten Schule

Fehlalarme in Bildungseinrichtungen können bei allen Beteiligten negative Folgen nach sich ziehen – insbesondere, wenn es sich um einen Fehl-Amokalarm handelt. Jens Jürgensen, Branchenmanager für öffentliche Auftraggeber bei Bosch Energy and Building Solutions, erklärt im Interview, wie Notfall- und Gefahren-Reaktions-Systeme (NGRS) dabei unterstützen, in kritischen Situationen adäquat zu reagieren und schnell die erforderliche Hilfe zu erhalten.

Herr Jürgensen, Betreiber von Bildungseinrichtungen machen sich zunehmend Gedanken über die Bewältigung von möglichen Notfallsituationen in Schulen. Was sind die Herausforderungen bei solchen Krisensituationen, zum Beispiel bei Amokläufen in Schulen?

Wird eine Gefahrenmeldung abgesetzt, ist es für die Verantwortlichen vor Ort entscheidend, zunächst zu identifizieren, um welche Art von Notfall es sich handelt, damit die entsprechende Hilfe angefordert werden kann. Verletzt sich beispielsweise ein Schüler beim Sport, sind die einzelnen Handlungsabläufe, um erste Hilfe zu erhalten, im Normalfall bereits gelernt. Handelt es sich dagegen um eine Amokmeldung, ist dies eine herausfordernde Situation für alle Beteiligten: Für diesen Fall gibt es an allen Schulen in Deutschland einen sogenannten Notfallordner, der klare Handlungsanweisungen vorgibt.

Die Lehrer sind in diesem Fall aufgerufen, sich zusammen mit den Schülern in den Klassenräumen einzuschließen und möglichst Ruhe zu bewahren. Parallel dazu wird die Polizei informiert. Falls es sich um einen realen Amokalarm handeln sollte, ist es nahezu unmöglich, sich vorzubereiten, denn das Täterverhalten ist nie vorhersehbar. Die größte Herausforderung für die Polizei besteht darin, diese Gefahrensituation kontrolliert und schnell zu beenden, ohne dass Menschen zu Schaden kommen. Ihr Einsatz wird häufig erschwert durch die Tatsache, dass Schulgelände heute oft nicht mehr durch Zäune abgegrenzt sind und sich Notfälle rasch über soziale Medien verbreiten können. Dadurch ist die Polizei – zusätzlich zum Rettungseinsatz – eventuell damit konfrontiert, Schaulustige vom Schulgelände fernzuhalten.

Durchschnittlich 400 Amokdrohungen gibt es an deutschen Schulen pro Jahr laut einer Studie von 2012.

Welche Folgen können Fehl-Amokalarme haben?

Im Gegensatz zu einem Brandalarm, bei dem sich die Betroffenen aus der Gefahrensituation begeben, indem sie beispielsweise das Gebäude verlassen und sich an der Sammelstelle vor der Schule treffen, sind Lehrer und Schüler bei einem Amokalarm angewiesen, sich in den Klassenräumen einzuschließen. Zusätzlich greift ein Handykontaktverbot, das dafür sorgen soll, dass die Netze nicht überlastet sind. Dies führt dazu, dass in diesem Moment weder Lehrer noch Schüler wissen, ob es sich um einen Fehlalarm oder einen realen Amokalarm handelt. Diese Stresssituation, verbunden mit einem Großeinsatz durch maskierte und bewaffnete Polizisten, kann bei Schülern, Lehrern sowie Einsatzkräften erhebliche psychische Belastungen hervorrufen. Unter diesen Auswirkungen leiden die Beteiligten manchmal auch noch längere Zeit nach dem Einsatz.

Außerdem ist der wirtschaftliche Aspekt nicht zu vernachlässigen. Durch Fehl-Amokalarme können hohe Kosten entstehen: Je nach der Anzahl der Einsatzkräfte, Streifenwagen und Hubschrauber beläuft sich ein Einsatz schnell auf 45 000 bis 50 000 Euro. Der Einsatz eines Notfall- und Gefahren-Reaktions-Systems (NGRS) kann dazu beitragen, die Schäden für Menschen und Werte möglichst gering zu halten.

Bei einem Amokalarm bedarf es laut Norm einer Sprachkommunikation zwischen der auslösenden und hilfeleistenden Stelle – und genau das bietet das NGRS von Bosch. Löst eine Person in der Schule Amokalarm über einen NGRS-Melder wie einen Druckknopfmelder aus, sorgt das NGRS neben einer akustischen Alarmierung der Betroffenen dafür, dass automatisch die Sicherheitsleitstelle oder Polizei alarmiert wird. So wird wertvolle Zeit gespart. Der Hilfeleister, zum Beispiel die Polizei, erhält durch den Dialog mit der meldenden Person unmittelbar ein erstes Lagebild der Gefahrenlage vor Ort. Aus dieser Sprach-Verifikation sowie der exakten Identifikation des Auslöseortes im Gebäude leitet die Polizei erste Maßnahmen ab, um schnellstmöglich und gezielt vor Ort intervenieren zu können. Durch den Dialog zwischen Hilfeleister und meldender Person lassen sich zwar Fehlbedienungen im Vorfeld nicht verhindern, jedoch können mögliche Großeinsätze im Falle eines Fehlalarms direkt gestoppt werden.
Kennt die möglichen Folgen von Fehl-Amokalarmen: Jens Jürgensen, Branchenmanager für öffentliche Auftraggeber bei Bosch Energy and Building Solutions.

Wie schützt die NGRS-Lösung von Bosch Betreiber von Bildungseinrichtungen vor Fehlalarmen und unterstützt sie im Ernstfall dabei, auf Krisensituationen adäquat zu reagieren?

Bei einem Amokalarm bedarf es laut Norm einer Sprachkommunikation zwischen der auslösenden und hilfeleistenden Stelle – und genau das bietet das NGRS von Bosch. Löst eine Person in der Schule Amokalarm über einen NGRS-Melder wie einen Druckknopfmelder aus, sorgt das NGRS neben einer akustischen Alarmierung der Betroffenen dafür, dass automatisch die Sicherheitsleitstelle oder Polizei alarmiert wird. So wird wertvolle Zeit gespart. Der Hilfeleister, zum Beispiel die Polizei, erhält durch den Dialog mit der meldenden Person unmittelbar ein erstes Lagebild der Gefahrenlage vor Ort. Aus dieser Sprach-Verifikation sowie der exakten Identifikation des Auslöseortes im Gebäude leitet die Polizei erste Maßnahmen ab, um schnellstmöglich und gezielt vor Ort intervenieren zu können. Durch den Dialog zwischen Hilfeleister und meldender Person lassen sich zwar Fehlbedienungen im Vorfeld nicht verhindern, jedoch können mögliche Großeinsätze im Falle eines Fehlalarms direkt gestoppt werden.

Welche Vorteile bietet das NGRS von Bosch neben der Sprach-Verifikation und der Identifikation des Auslöseortes?

Bei der Bewältigung von Krisensituationen bietet Bosch seinen Kunden auf ihre Sicherheitsbedürfnisse maßgeschneiderte, ganzheitliche Unterstützung aus einer Hand: Diese reicht von der Risikobeurteilung und Erstellung einer technischen Risikomanagementakte gemeinsam mit den zertifizierten technischen Risikomanagern von Bosch über die Auswahl der Sicherheitskomponenten, der norm- und richtlinienkonformen Installation des Notfall- und Gefahren-Reaktions-Systems gemäß DIN VDE V 0827 inklusive Instandhaltung bis hin zur Intervention in Krisensituationen mit Aufschaltung zur Polizei.

Zudem profitieren Bosch Kunden von unserem ganzheitlichen Portfolio im Bereich Gebäudesicherheit: Wir haben das Gesamtsicherheitskonzept immer im Auge und realisieren für den Kunden ein umfassendes Konzept aus präventiver Technik, wie zum Beispiel Videotechnik und Zutrittskontrollsystemen sowie reaktiver Technik, wie zertifizierte Meldesysteme, die im Gefahrenfall zum Einsatz kommen. Damit können Schul-Betreiber ihren Schülern und Angestellten ein geschütztes Umfeld bieten, in dem Lernen und Lehren möglichst sicher ist und Spaß macht.