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Bosch Energy and Building Solutions Deutschland
Energieverbrauch in Gebäuden senken

„Mit meiner Arbeit kann ich zum Wohlbefinden der Menschen beitragen und das Klima schützen“

Gebäudeautomation für mehr Komfort und Umweltschutz: Vertriebsmanagerin Michelle Luppino berät Kunden von Climatec, einem Unternehmen von Bosch, in den USA dabei, ihre Gebäude nachhaltiger zu betreiben – mit dem schönen Nebeneffekt, dass sich Menschen dort dann einfach wohler fühlen.

Michelle Luppino, Vertriebsmanagerin bei Climatec, vor dem Bürogebäude in Anaheim, USA

Ein Regentropfen namens Ricky weckte das Interesse von Michelle Luppino an Umweltfragen. Das Maskottchen „Ricky the Raindrop“ klärt kalifornische Schulkinder seit über 50 Jahren über den Wert der Ressource Wasser auf. „Nachhaltigkeit hat mich schon immer beschäftigt“, sagt die 40-Jährige, die einen Physik-Abschluss von der Universität Berkeley hat und in Kalifornien aufgewachsen ist. Heute ist sie Vertriebsmanagerin für die Baubranche bei Climatec. Die Bosch-Tochtergesellschaft ist einer der führenden Anbieter von Gebäudetechnologien und Energielösungen in den USA. „Unsere Lösungen steuern vor allem Heizung, Lüftung, Klima und Beleuchtung“, erklärt Luppino. Mit ihrem sechsköpfigen Team berät sie Kunden zu dem Thema und setzt Lösungen um.

„Algorithmen verbessern den Gebäudebetrieb.“
Michelle Luppino, Vorreiterin und Vertriebsmanagerin bei Climatec, einem Unternehmen von Bosch

Ein wichtiger Hebel

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Gebäudeautomation – und die kann den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich senken. Ein relevantes Thema: Der weltweite Gebäudesektor ist laut einem UNO-Bericht¹ aus 2020 für knapp 40 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. „Mehr als die Hälfte dieser Emissionen entstehen durch den Gebäudebetrieb“, weiß Luppino. „Hauptsächlich gehen sie auf das Konto von Beleuchtung und Klimatechnik.“ Allein die sogenannte FDD-Technologie (Fault Detection and Diagnostics) kann den Energieverbrauch von Gebäuden durchschnittlich um etwa neun Prozent jährlich senken². Über Sensoren, Überwachungssysteme und Algorithmen werden damit Fehlfunktionen oder Ausfälle in der Gebäudetechnik früh erkannt oder vorhergesagt.

Michelle Luppino in einem Meeting-Raum bei Climatec, Anaheim, USA

Daten sind der Schlüssel

Welche Lösungen sie umsetzt, entscheidet Luppino mit ihren Kunden. Meist betreut sie Bauprojekte für Kliniken, Verwaltungsgebäude oder Bildungseinrichtungen. Fest steht: Der Markt ist groß. Bosch schätzte das Marktvolumen für Gebäudeautomation in Nordamerika auf etwa 17 Milliarden Dollar im Jahr 2023 und geht bis 2028 von einem jährlichen Wachstum von vier bis fünf Prozent aus. Climatec stellt keine eigenen Produkte her, sondern ist einer der größten produktunabhängigen Systemintegratoren in Nordamerika. „Wir greifen auf Lösungen verschiedenster Hersteller zurück“, so Luppino. Kernstück in den Projekten ist meist die Installation einer zentralen Steuerung, die zum Beispiel Heizung, Lüftung und Klimatechnik (HLK) automatisch regelt. „Computer können diese Aufgaben heute besser ausführen als Menschen“, sagt Luppino. Früher wurde in den HLK-Anlagen häufig einmalig ein Soll-Wert eingestellt und nicht mehr verändert. Automatisierung ermöglicht eine Menge: „Die Lüftung etwa kann entsprechend geplanter Abwesenheiten geregelt werden. Das Gleiche gilt für Heizung und Kühlung, damit nicht unnötig Energie verbraucht wird“, erklärt Luppino. Voraussetzung ist, Daten aus den verschiedenen Systemen im Gebäude zu sammeln und auszuwerten. „Daraus entstehen Algorithmen, die den Gebäudebetrieb verbessern“, so Luppino. Nicht zuletzt fühlen sich Menschen durch Gebäudeautomation wohl, weil sie etwa für ein angenehmes Raumklima sorgt. Für Luppino ist das neben dem Thema Energiesparen eine Hauptmotivation im Job: „Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit in Räumen. Mit meiner Arbeit kann ich zum Wohlbefinden der Menschen beitragen und das Klima schützen.“

 

¹ UNITED NATIONS ENVIRONMENT PROGRAMME & GLOBAL ALLIANCE FOR BUILDINGS AND CONSTRUCTION: 2020 GLOBAL STATUS REPORT FOR BUILDINGS AND CONSTRUCTION
² PROVING THE BUSINESS CASE FOR BUILDING ANALYTICS. LAWRENCE BERKELEY NATIONAL LABORATORY